Kategorie: Lirumlarum

Screenshot von elternetzwerk-dresden.de.
Eine Gruppe von engagierten Eltern hat die Seite elternnetzwerk-dresden.de gestartet. Dort wollen sie mittels Kleinanzeigen und Beratung versuchen, dem Problem der mangelnden Kinderbetreuungsplätze in der Landeshauptstadt entgegenzuwirken. Passend dazu lautet die Überschrift auf der ersten Seite: “Kinderbetreuung? Es sieht düster aus in Dresden”.
Auf der Startseite heißt es weiter: +Weiterlesen

Julius Ambrosius Hülße
Am 02.05.2012 wäre Julius Ambrosius Hülße 200 Jahre alt geworden. Der 1812 in Leipzig geborene Mathematiker und Techniker, nach dem in Dresden ein Gymnasium (das Julius-Ambrosius-Hülße-Gymnasium in Dresden Reick ) und ein Gebäude der Technischen Universität (der Hülße-Bau auf der Helmholtzstraße 10) benannt wurden, war unter anderem Direktor der Technischen Bildungsanstalt in Dresden und Abgeordneter im Innenministerium. Er setzte sich leidenschaftlich für die Reform des Bildungswesens ein. 1841 änderte Hülße den Lehrplan der Gewerbe- und Baugewerkenschule zu Chemnitz und führte u.a. den Unterricht in Geographie und Geschichte ein. Durch seine weitsichtigen Neuerungen verhalf er der Ingenieursausbildung der Königlichen Polytechnischen Schule Dresden zu einer wichtigen Modernisierung, die den Anforderungen der Industrialisierung entgegen treten konnte. Außerdem richtete er Stipendien und Stiftungen für leistungsstarke Schüler ein. Hülße verstarb am 26.06. 1876 in Dresden.
Weitere Informationen zu seinem Schaffen gibt es hier.
Erst zum zweiten Mal findet der diesjährige Boys’ Day als bundesweite Veranstaltung statt. In Dresden kann der Jungenzukunftstag da schon auf eine längere Geschichte zurückblicken. Hier wird er bereits zum achten Mal initiiert und trägt so zur tatsächlichen Gleichstellung beider Geschlechter bei. OTTOKAR hat mit Uwe Liskowsky von der Fachstelle für Jungen- und Männerarbeit des Männernetzwerkes Dresden und Mitorganisator der diesjährigen Rahmenveranstaltung gesprochen, über jungenuntypische Berufe und die damit verbundenen jungentypischen Probleme.
OTTOKAR: Welche Kriterien sind für junge Männer heute bei der Berufswahl ausschlaggebend?
Uwe Liskowsky: Laut Auswertung der letztjährigen Rahmenveranstaltung zum Girls`und Boys`Day ergab sich, dass für junge Männer immer noch das Geld-Verdienen ganz klar an erster Stelle steht. Erst dann kommt die Verwirklichung eigener Hobbys oder Interessen. Für die Jungen scheint es nach wie vor relativ klar, dass der Mann die Familie ernähren muss und Mittel braucht, um seine materiellen Interessen und jene der Familie wahrzunehmen.
OTTOKAR: Mit welchen Problemen werden Jungen denn konfrontiert, wenn sie sich für einen geschlechtsuntypischen Beruf entscheiden?
Uwe Liskowsky: Das Hauptproblem kann man unter dem Stichwort der Suche nach sozialer Anerkennung zusammenfassen. Die Jungen stoßen oft auf Ablehnung, wenn sie ihren Freunden, die alle mit einem typischen Männerbild aufwachsen, sagen, dass sie etwa Pfleger oder Erzieher werden wollen. Dieser Begriff des ‘Weichei‘ ist dafür charakteristisch. Auf einem Elternabend, bei dem es darum ging, dass so wenige Männer als Horterzieher arbeiten, sagte etwa eine Hortleiterin, dass sie schon zwei Männer gehabt hätten – die seien aber keine „richtigen Männer“ gewesen. Da fragt man sich: Was sollen das denn sonst für Männer sein? So etwas wirkt natürlich ausgrenzend und beeinflusst die Jungen negativ. Diesen Rollendruck oder eben diesen Ausgrenzungsdruck darf man nicht unterschätzen. Wobei das umgekehrt auch bei den Mädchen gilt. Es geht also darum, eine Vielfalt an Möglichkeiten in der Berufsorientierung herzustellen. Wir wollen nicht sagen, dass die Jungs jetzt keine KFZ-Mechatroniker mehr werden sollen. Aber wir wollen ihnen zeigen, dass es überhaupt nicht schlimm ist, wenn man etwas anderes als das macht – und sie dabei fördern. Aber dazu müssen die Jugendlichen erst einmal wissen, dass es das überhaupt gibt – und darum geht es bei der Rahmenveranstaltung.
OTTOKAR: Wie wird die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechterrolle auf der Rahmenveranstaltung angeregt?
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Screenshot: www.dresden.de
Beruferaten unter Jugendlichen ist meist ein sehr einseitiges Spiel: Während bei weiblichen Auszubildenden Berufe wie Verkäuferin oder Friseurin unter den Top 10 der beliebtesten Ausbildungsberufe landen, sind es bei den jungen Männern der Industriemechaniker oder der Elektroniker.
Um die Berufsperspektive für Jungen und für Mädchen zu erweitern, lädt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dresden deshalb diese Woche wieder zum Girls` Day und Boys` Day ein. Am 26.04.2012 haben die Jugendlichen hier die Möglichkeit, vor allem mit geschlechtsuntypischen Berufen in Kontakt zu kommen. So können sich Mädchen etwa mit der Luftfahrttechnik vertraut machen, während die Jungen den Arbeitsalltag in einem Kinderhaus kennenlernen. Noch bis zum 25.04.2012 ist die Anmeldung zu einer der zahlreichen Aktionen über die Girls`Day- und Boys`Day-Internetseiten möglich. Dort finden sich jeweils auch die Anträge auf Schulfreistellung für diesen Tag.
Unter dem Motto “Du kannst mehr!” werden der Girls`Day und Boys`Day von einer Rahmenveranstaltung begleitet. In der Johannstadthalle stellen sich hier von 9 bis 13 Uhr nicht nur Unternehmen und Organisationen vor, sondern auch junge Frauen und Männer, die bereits in einem geschlechtsuntypischen Beruf arbeiten. Daneben gibt es ein Workshopangebot für interessierte Jungen und Mädchen. Hier werden die Jugendlichen dazu angeregt, über vorhandene Geschlechterrollen nachzudenken und dabei die eigenen Stärken besser zu erkennen. Der Eintritt zur Rahmenveranstaltung ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.

Screenshot von einer älteren SBA-Seite.
Sachsen bekommt keinen neuen Staatsminister für Kultus, sondern eine Ministerin. Brunhild Kurth, zuletzt Direktorin der Sächsischen Bildungsagentur (SBA), wird die Nachfolge von Roland Wöller antreten. Brisant: Selbiger hatte einst in seiner früheren Funktion Frau Kurth von ihrem Posten als SBA-Chefin enthoben. Jetzt übernimmt sie seinen Platz.
Die studierte Lehrerin Brunhild Kurth unterrichtete von 1976 bis 1990 Biologie und Chemie. 1990 bis 2001 leitete sie das Gymnasium in Burgstädt, ihrer Geburtsstadt. 2001 dann der Wechsel: Frau Kurth wird als Referatsleiterin ins Sächsische Staatsministerium für Kultus berufen. Drei Jahre später wird sie neue Direktorin des Regionalschulamtes Zwickau, 2007 bis 2011 Direktorin der Sächsischen Bildungsagentur.
Nachtrag, 20.03 Uhr: Hier geht es zur offiziellen Mitteilung der Staatsregierung: “Ministerpräsident ernennt Brunhild Kurth zur neuen Kultusministerin“.
Und hier finden Sie den kompletten Lebenslauf von Brunhild Kurth (Achtung, PDF).
Der Sächsische Kultusminister Roland Wöller hat heute (20.3.2012) seinen Rücktritt erklärt. Hintergrund ist der Streit um Lehrerstellen; Wöller hatte erst Ende vergangener Woche in einer CDU-Fraktionsklausur erklärt, der von seinem Ministerium mit der Staatsregierung ausgehandelte Bildungspakt reiche nicht aus, um den Unterricht in Sachsen abzusichern. Seine Erklärung galt als Affront gegenüber Ministerpräsident Stanislaw Tillich (vgl. “Sächsische Zeitung” vom 17.3.2012).
In Wöllers Rücktrittserklärung heißt es:
“Das vereinbarte Bildungspaket ist dabei ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Zustimmung mir und meinem Haus sehr schwer gefallen ist. Dies habe ich heute dem Ministerpräsidenten gegenüber erneut bekräftigt. Die damit vorgesehene Kürzung im Einzelplan des Kultusministeriums von über 100 Mio. Euro jedoch, die jetzt ausschließlich bei den Lehrerstellen erfolgen soll, führt im Ergebnis zu einem Lehrerstellenabbau. Sachsen dürfe, das habe ich heute gegenüber dem Ministerpräsidenten erneut unterstrichen, die Priorität für die Bildung nicht aufgeben. Für einen solchen Kurs kann und will ich die Verantwortung nicht übernehmen.”
Tillich hatte erst heute morgen eine Änderung im Zuständigkeitsbereich des Kultusministeriums verkündet: Der Sport wird künftig vom sächsischen Innenministerium verantwortet. Gleichzeitig hatte Tillich den Staatssekretär des Kultusministeriums Jürgen Staupe in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Neuer Staatssekretär im SMK wird Herbert Wolff, bisher in gleicher Funktion im Umweltministerium tätig.
Nun darf man gespannt sein, wer neuer sächsischer Kultusminister wird.
Hier geht es zur Rücktrittserklärung von Roland Wöller.

Flyer zum sachsenweiten Aktionstag am 28.03.2012
Am 28.03.2012 findet ein sachsenweiter Aktionstag gegen den bevorstehenden Lehrermangel im Freistaat statt. Bereits am Vormittag wird es kleinere Veranstaltungen an verschiedenen Schulen geben. Am Nachmittag ist dann ab 15.30 Uhr eine Demonstration unter dem Motto „Bildet die Rettung, Rettet die Bildung“ geplant. Wir haben mit Jonathan Wachler (19), Pressesprecher des Landesschülerrat Sachsen (LSR Sachsen), über den Tag gesprochen.
OTTOKAR: Was steht hinter dem Aktionstag?
Jonathan Wachler: Aktuell wird über den Doppelhaushalt 2013/14 verhandelt. Und noch bevor dieser in den Landtag kommt, wollen wir ein Zeichen setzen, dass wir mit den bisherigen Prioritätensetzungen nicht zufrieden sind.
OTTOKAR: Wer hat das Ganze ins Rollen gebracht?
Jonathan Wachler: Schon am 04.01.2012 protestierten in Chemnitz Schüler mit verschiedenen Aktionen gegen den Lehrermangel an ihren Schulen. Nach den Neuwahlen des Landesschülerrates Sachsen wollte der neue Vorstand die Aktionen auf ganz Sachsen ausweiten. Mit den Lehrergewerkschaften und den Elternräten haben wir starke Partner gefunden, die gemeinsam mit uns arbeiten. Vor Ort werden die Veranstaltungen von lokalen Aktionsbündnissen, in denen Schüler, Eltern und Lehrer arbeiten, geplant und durchgeführt.
OTTOKAR: Wie genau wird der Aktionstag aussehen?

Jonathan Wachler
Jonathan Wachler: Am Vormittag soll es in einzelnen Schulen Schülervollversammlungen geben, bei denen die Schüler für das Thema sensibilisiert werden. Am Nachmittag sollen die Schüler den Protest dann auf die Straße bringen, um auch die Öffentlichkeit zu informieren und zu zeigen, dass sie nicht schweigen werden, wenn es um ihre Zukunftsperspektiven geht. Gleichzeitig wollen wir eine Verbindung vom Landtag bis zum Kultus- und Finanzministerium am Carolaplatz herstellen.
OTTOKAR: Was soll sich ändern? Welche Vorschläge habt Ihr?
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Nichts hören, nichts, sehen, nichts sagen - gerade wenn es um das Thema Kindesmisshandlung geht, kann diese Haltung fatale Folgen haben. Unter dem Motto “Augen auf, Mund auf” hält Dresden seine Bürgerinnen und Bürger deshalb nun mit einer Plakat-Aktion zum Handeln an.
Mit dem Slogan “Das blaue Wunder erlebt klein Kai täglich” will die Stadt ihre Einwohner dafür sensibilisieren, bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung aktiv zu werden. Gleichzeitig wirbt das Plakat für die neu geschaffene Rubrik “Kinderschutz” auf Dresdens Online-Plattform. Der neue Bereich bietet Informationen rund um das Thema Kinderschutz in Dresden und hält dabei speziell zugeschnittene Seiten für Kinder und Jugendliche, Eltern und Fachkräfte bereit. Betroffene finden hier Links zu Beratungsstellen, Aufklärungsangeboten sowie Notfallnummern. Auch eine Seite für besorgte Bürgerinnen und Bürger gibt es, auf der diese erfahren, an wen sie sich bei einem Verdacht auf Kindesmisshandlung oder Vernachlässigung wenden können.
In Dresden sind im vergangenen Jahr knapp 1700 Meldungen des Verdachts auf Kindesmisshandlung oder Vernachlässigung eingegangen. Das ist eine Steigerung von 15% im Vergleich zu 2010. Neben einer Verschärfung des Problems bei wachsender Kinderzahl liegt dies laut Claus Lippmann, dem Leiter des Dresdner Jugendamts, auch an der erfolgreichen Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Problem. Die jetztige Plakat-Aktion soll vor allem die Lücke schließen, die dadurch entsteht, dass Bürgerinnen und Bürger normalerweise nicht mit spezialisierten Ansprechpartnern in ihrem näheren Umfeld vernetzt sind. “Eltern und Kinder sind dagegen über Kindergärten, Schulen und ähnliches bereits gut über diese institutionellen Kontakte eingebunden und haben deshalb besseren Zugang zu Hilfsangeboten.”
Die Plakate werden noch bis zum 20.03.2012 an 255 Standorten, verteilt auf das gesamte Stadtgebiet, zu sehen sein. Eine weitere Aktion könnte noch in diesem Jahr folgen.

Screenshot: Flyer zum Orientierungstag, Quelle: www.sachsen-macht-schule.de
Sachsen braucht nicht nur Lehrer sondern auch Führungskräftenachwuchs im schulischen Bereich. Um den Nachwuchs kompetent auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten, stellt das Sächsische Bildungsinstitut (SBI) regelmäßig umfassende Qualifizierungsangebote bereit. 2012 gehen diese in eine neue Runde. Wie die Qualifizierungen aussehen, an wen sie sich richten und was das Ganze kostet – OTTOKAR hat im Interview mit Silvana Kogel, Pressesprecherin des SBI, mal nachgefragt.
OTTOKAR: Frau Kogel, an wen richten sich die Qualifizierungsangebote?
Silvana Kogel: Die Angebote richten sich an sächsische Lehrerinnen und Lehrer, die eine Führungsaufgabe übernehmen möchten. Es gibt verschiedene Aufgabenfelder im Bereich von schulischen Führungskräften. Dazu gehören natürlich Schulleiterinnen und Schulleiter. Das sind aber auch Fachleiter, Oberstufenberater und Referenten der Schulaufsicht, sprich in der Sächsischen Bildungsagentur und im Sächsischen Bildungsinstitut.
OTTOKAR: Können auch Lehrer, die zurzeit nicht in Lohn und Brot stehen, an einer solchen Qualifizierung teilnehmen?
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Screenshot: www.ljbw.de
Anlässlich seines 20. Jahrestags lädt der Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke e.V. (LJBW) zu einer Fachtagung in die Technischen Sammlungen Dresden ein. Unter dem Motto “Wissenschaft auf Schritt und Tritt” und mit prominenter Unterstützung von dem bekannten Wissenschaftshistoriker und -publizist Ernst Peter Fischer begeht der LJBW am 13.03.2012 sein Jubiläum. Auf dem Tagungsprogramm stehen Gruppendiskussionen zum Thema und der Erfahrungsaustausch mit einer tschechischen Partnerorganisation. Außerdem wird Ernst Peter Fischer in einem Vortrag der Frage nachgehen, welche Naturwissenschaften der junge Mensch überhaupt benötigt. Los gehts um 10 Uhr. Der Unkostenbeitrag für den Museumseintritt und eine kleine Verpflegung beträgt 10 Euro pro Person.
Die Einladung zur Fachtagung finden sie hier.
An die Fachtagung anschließend feiert der LJBW ab 17 Uhr seinen Geburtstag im verbandseigenen Kinder- und Jugendhaus INSEL.
Über den LJBW
Der LJBW führt seit seiner Gründung 1992 junge Menschen an die Vielseitigkeit von Naturwissenschaft und Technik heran. So heißt es in dem Internetauftritt des Landesverbandes:
“[Seine] Angebote ermöglichen Kindern und Jugendlichen die Natur, ihre Umwelt, die Technik und die Gesellschaft aktiv zu erleben, sich naturwissenschaftliches Wissen anzueignen und es im Interesse des Einzelnen und der Gemeinschaft anzuwenden.”
Ein kurzes Interview mit dem Geschäftsführer des LJBW Michael Hahn und zwei weiteren Mitarbeitern darüber, wie es um die außerschulische Bildungslandschaft in Sachsen steht, finden Sie hier.
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