Was verdienen Lehrer in Sachsen?

5. Juli 2012 ane 17 Comments

Über 6.000 Anträge von sächsischen Lehrern auf Eingruppierung in höhere Gehaltsgruppen sind in den letzten Wochen bei der Sächsischen Bildungsagentur eingegangen. Kopien dieser Anträge wurden am Donnerstag (28.06.2012) symbolträchtig an Abgeordnete der CDU/FDP-Koalition überreicht.

Daraufhin konstatierten sowohl die Sächsische Zeitung als auch die Dresdner Morgenpost (MoPo) unter Berufung auf die SPD-Schulexpertin Eva-Maria Stange, dass Sachsens Lehrer „die schlechtbezahltesten im ganzen Bundesgebiet“ seien. Und Cornelia Falken von der Linken kritisiert laut MoPo, dass dies junge Lehrer nicht unbedingt animiere nach Sachsen zu wechseln. Eigentlich scheinen sich (fast) alle einig: Sächsische Lehrer brauchen mehr Geld.

Was erstaunlicherweise aber niemand fragt: Was verdient denn ein Lehrer in Sachsen eigentlich? Schließlich sollte man doch meinen, dass diese Information essentiell ist, um eine sinnvolle Diskussion darüber zu führen, ob und wie viel mehr Geld Lehrer bekommen sollten.

Dass die Frage nach dem genauen Gehalt von sächsischen Lehrern elegant gemieden wird, verwundert dann aber doch nicht. Denn sie lässt sich gar nicht so leicht beantworten.

Zwar gibt es offizielle Tariftabellen. Aber die sind für jedes Bundesland und für jeden Schultyp anders. Faktoren, die in die Bezahlung und den letztendlichen Netto-Verdienst hineinspielen, sind z.B. der Beamtenstatus, die Dienstjahre und die Fächerkombination. Für jeden ‘Sonderfall’ gibt es eine eigene Tabelle – mit mindestens 4 Unterkategorien. Um die zu begreifen, ist einiges an Geduld und Recherche-Wille notwendig. Und selbst dann lässt sich eine pauschale Antwort nur schwer geben.

Lehrerfreund.de hat sich der Herausforderung angenommen und zeichnet dabei ein weit positiveres Bild der Gehaltssituation von sächsischen Lehrern als die heimischen Medien. Anhand der offiziellen Tariftabellen wurde eine Rangliste für (verbeamtete) Lehrer erstellt. Das Ergebnis: sächsische Lehrer rangieren gemeinsam mit Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein im unteren Mittelfeld auf Platz 7. Genau genommen heißt dies, dass sächsische Lehrkräfte nur 0,1% unter dem bundesdeutschen Gehaltsdurchschnitt liegen. Zum Vergleich: Berliner Lehrer, die das traurige Schlusslicht bilden, liegen ganze 8% unter dem, was Lehrern im Schnitt an Bruttogrundgehalt gezahlt wird.

Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen scheint es (verbeamteten) Lehrern im Allgemeinen eigentlich gar nicht so schlecht zu gehen. Laut Öffentlicher Besoldungstabelle werden Lehrer im gehobenen Dienst auf A12 bis A13 von 15 möglichen Kategorien eingeordnet. Um das anschaulicher zu übersetzen: Sie stehen auf einer Stufe mit Amtsanwälten, Polizeihauptkomissaren und Kapitänleutnanten. Ein Seekapitän bzw. ein Oberinspektor schaffen es gerade mal in die Stufe A10.

Diese Besoldungsstufe A12 wird noch einmal in Unterstufen aufgeschlüsselt, die z.B. abhängig sind von den Berufsjahren. Automatisch rutscht ein Lehrer ziemlich kontinuierlich mit den Dienstjahren in höhere Gehaltsklassen. Die Crux daran: In Sachsen werden Lehrer in der Regel nicht verbeamtet. Damit fallen einige Privilegien weg und relativieren die Gehaltssituation.

Damit ist aber immer noch nicht die Frage beantwortet, was Lehrer in Sachsen denn nun genau verdienen – in kalten, harten Zahlen. Das kann, wie gesagt, nicht pauschal beantwortet werden, weshalb hier drei Beispiel-Modelle Einblick geben sollen.

1. Beispiel: Der Referendar

Ralf ist 26 Jahre alt und Referendar für Englisch und Mathe an einem Gymnasium. Er ist Single und hat keine Kinder. Laut Besoldungstabelle für Sachsen würde er für seine Arbeit knapp 1.000 Euro Brutto verdienen – bei Vollzeitanstellung. Die steuerlichen Abzüge halten sich in Grenzen. Referendare müssen lediglich Lohn- und ggf. Kirchensteuer entrichten. Was jedoch auf das ohnehin recht magere Gehalt schlägt sind Kosten für Kopien, Fachbücher und diverse Schulmaterialien, die von Lehrern und auch Referendaren meist selbst getragen werden müssen.

2. Beispiel: Die Lehrerin während der ersten Berufsjahre

Miriam, 30 Jahre alt und Lehrerin für Geschichte und Französisch an Mittelschulen, ist ebenfalls ledig und kinderlos. Da sie aus einem anderen Bundesland zugezogen und verbeamtet ist, verdient sie laut Besoldungstabelle bei voller Arbeitszeit ohne sonstige Zulagen Brutto rund 3.100 Euro. Nach Abzügen bleiben ihr noch ca. 2500 Euro.

Screenshot von oeffentlicher-dienst.de.

3. Beispiel: Der Lehrer mit ca. 20 jähriger Berufstätigkeit

Gerhard ist seit ca. 20 Jahren Lehrer an einem Gymnasium, nicht verbeamtet und ebenfalls ledig und kinderlos. In Vollzeit verdient Gerhard nach Abzug der Lohnsteuer und diversen Versicherungen ungefähr 2550 Euro netto.

Sind diese Gehälter gerechtfertigt? Ist das genug? Oder muss man dem Anspruch sächsischer Lehrer auf höhere Gehälter stattgeben?

Das hängt mit Sicherheit davon ab, wie viel uns gute Bildung wert ist.

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Die genauen Forderungen sächsischer Lehrer gibt es hier. Gehaltstabellen und -rechner zum selber nachrechnen finden sich hier.

, , , Schule

17 Comments → “Was verdienen Lehrer in Sachsen?”

  1. tho 2 years ago  

    Der Umkehrscluß des Artikels würde bedeuten, je mehr Geld ein Lehrer hat, desto besser ist die (vermittelte)Bildung.

    Blödsinn …. gut Bildung wird nicht allein durch eine pralle Lohntüte gemacht. Vielmehr sollten wir endlich anfangen, uns über die Zustände in den Schulen zu unterhalten. Dann wird sicher die Diskussion sinvoll und ergenisorientiert. Solange Lehrer in schlecht ausgestatteten Schulen, kaputten Klassenzimmen unterrichten müssen, solange an Lehrmaterial geknausert wird, solange wid das Bildungssystem insgesamt nicht besser. Auch von Gehaltstüten nicht.

  2. Jens 2 years ago  

    Naja, ich würde mal behaupten, dass in der Mopo in jedem dritten Text bislang stand, dass ein Lehrer in Sachsen im Schnitt 500 Euro weniger verdient als in den alten Bundesländern. Dies wird natürlich nicht in jedem Artikel wiederholt… Das Problem ist tatsächlich, dass außerdem Direktoren kaum Lehrer verbeamtet sind in Sachsen… Wenn man sich die Stundentafel anschaut, arbeitet ein sächsischer Lehrer im Vergleich zu seinem besser bezahlten Kollegen auch noch deutlich mehr… Fragen, ob Gehälter gerechtfertigt sind, stellen nicht mal Zeitungen. :-) Denn da entstehen schnell Neidkampagnen, da man nicht wirklich beurteilen kann als Externer, ob Gehälter gerechtfertigt sind oder nicht…

  3. steph 2 years ago  

    ich bin nicht der meinung, dass die lehrergehälter zwangsläufig erhöht werden müssen. die “für-das-geld-mach-ich-gar-nichts-mehr”-kollegen, sind meistens die, die auch nach einer gehaltserhöhung nicht mehr engagement, herz u.ä. investieren würden. was aber meines erachtens ziemlich daneben ist, ist dass mittelschullehrer/-referendare weniger verdienen als ihre gymnasial-kollegen. und ich kann aus erfahrung sagen, dass man als mittelschullehrer sowohl im studium als auch im arbeitsalltag nicht weniger arbeitsaufwand und herausforderungen hat. trotzdem bekommt ein ms-referendar nur 840 euro mit nach hause, über 100 euro weniger als der gym-referendar. das find ich irgendwie abwertend.

  4. Knut 2 years ago  

    Der Artikel stimmt leider in einigen Punkten nicht:
    1. Es gibt keine verbeamteten Lehrer in Sachsen.
    2. Eine automatische Höhergruppierung nach Dienstjahren erfolgt nicht mehr automatisch.

  5. stimpy 2 years ago  

    Wenn Sie berechnen möchten, was ein sächsischer Lehrer verdient, so geht dies ganz einfach:

    1) TV-L Rechner aufrufen
    2) Einstufung auswählen: für Lehrer an MS E10, E11 oder E13; für Lehrer an GS E10 oder E11; für Lehrer an Gymnasien E13

    Und genau bei Punkt 2 liegt das Problem. Sächsische Lehrer sind in vielen Fällen niedriger eingruppiert als ihre Kollegen in anderen Bundesländern.

    Ein MS-Lehrer in den ersten Berufsjahren hat damit nicht, wie von Ihnen angegeben, 2500€ raus, sondern 1743.16 €. Die von Ihnen in den Raum gestellten 2500€ sind für einen sächsischen MS-Lehrer bei einer Eingruppierung in E11 selbst nach 100 Dienstjahren nicht erreichbar.

  6. Anna 2 years ago  

    Man sollte auch mal die Gehälter an Privatschulen hinterfragen! Da gibt es Berufsschullehrer, welche mit 1550€ (Netto!!!) nach Hause gehen! Und da rede ich von einer Vollzeitstelle mit 28 und mehr Stunden sowie 40h Anwesenheitspficht und 29 Tagen Urlaub! Keine Ferien!

  7. Otfrid Weiss 1 year ago  

    Wenn Lehrerfreund.de die Rangliste für (verbeamtete) Lehrer heranzieht, übersieht er oder weiß einfach nicht, daß in Sachsen und in anderen neuen Bundesländern die Lehrer eben nicht verbeamtet sind.

    Den Hauptunterschied zwischen (angestellten) Lehrern in Sachsen und anderswo sehe ich darin, daß sächsische Lehrer deutlich mehr Unterricht für dasselbe Gehalt geben, vor- und nachbereiten müssen.

  8. Stefan 1 year ago  

    Man könnte meinen der Artikel ist von der sächsischen Landesregierung geschrieben. (verbeamtete Lehrer?)

  9. Icke 1 year ago  

    Beim Beispiel der verbeamteten und kinderlosen Lehrerin “Miriam” sollte der Vollständigkeit halber erwähnt werden, dass ihr eben nicht 2.500,- € “für sich” bleiben.
    Denn die liebe verbeamtete Miriam muss davon noch ihre nicht gerade günstige private Krankenversicherung bezahlen.
    Und damit erzielt sie ein für Hochschulabsolventen deutlich unterdurchschnittliches Nettoeinkommen.
    Sehr treffend dargestellt ist aber, dass es den Lehrern damit im Gegensatz zu den anderen Beamten des gehobenen Dienstes noch richtig gut geht. Deren Durchschnittsnettoeinkommen ist für einen (i.d.R.) Fachhochschulabsolventen wirklich grottenschlecht. Denn deren PKV-Beiträge sind exakt genau so hoch wie bei Miriam, und dies bei deutlich geringerem einkommen.

    Gruß
    Peter

  10. Ocram 1 year ago  

    Im Kommentar von stimpy wurde es schon richtig erwähnt.
    Mit der Berechnung über die Gehaltstabellen erhält man eine genaue Zahl. Berufsanfänger in Sachsen (Gymnasiallehramt) kommen somit auf ein Netto von 1.900€ (nach dem Ref.). Das wurde mir auch schon von Berufsanfängern so bestätigt. Bedenkt man dabei sämtliche Lebenskosten und zieht den Fakt heran, dass man kein BAföG bekommen hat und sich mit privaten Studienkrediten über Wasser halten musste, so bleibt letztendlich von dem Geld kaum etwas übrig.

    Keine wirkliche Motivation nach dem Studium in Sachsen zu bleiben. Ob die Verbeamtung hier Abhilfe schaffen würde ist ein Thema für sich. Doch Lehrer sind in Sachsen NICHT verbeamtet.

  11. Ramona Schneider 1 year ago  

    Bei 28 h sind 3080 brutto, dann die vielen Abzüge, aber ich arbeite nun schon Teilzeit, da die zusätzliche Arbeit wie Vor-und Nachbereitung, Elterngespräche, Ausflüge mit den Kindern und die vielen Aufsichtszeiten am Tag und, und, nicht zu schaffen wären.Es ist ein harter und unterbezahlter Job mit zu wenig Urlaubstagen( 26 Tagen). Es ist die Wahrheit.Nur der eigene Enthusiasmus und die Liebe der Kinder, die zurückkommt, wenn sie Vertrauen finden, kann die Moivation sein und den habe ich Gott sein dank noch…

  12. Karenina 1 year ago  

    Auf Grund einer Recherche bin ich eben auf diesen Artikel gestoßen und kann nur bestätigen, dass die angegeben Informationen ganz und gar nicht stimmen. Ich habe mein Referendariat in Bayern gemacht und bin aus privaten Gründen wieder nach Sachsen zurück gekommen. In Bayern wäre ich als Realschullehrer in A 13 eingesstuft worden, während ich hier in Sachsen nur die 11 erhalte. Das macht auch für mich ein ungefähres Defizit von 500,- Euro. Auch der Arbeitsaufwand ist hier eindeutig höher, da man mit den 26 veranschlagten Stunden und dem zusätzlichen Aufwand bei weitem mehr Zeit investiert. Von den Ferien / Urlaub möchte ich mal garnicht reden. In Bayern hat man ca. volle 13 Wochen Ferien, während ich hier in Sachsen meine regulären Urlaubstage beantragen muss. Aber was macht man nicht alles für seine Kinder. Mich hält hier in Sachsen die soiale Kompetenz der Menschen und dafür nehme ich die Differenz von 500,- Euro in Kauf.

  13. Sabina 1 year ago  

    wenn ich solche Artikel lese, dann kocht in mir immer die Wut! Gibt es auch mal jemand, der genauer recherchiert? Die Grundschullehrer erhalten in Sachsen alle… natürlich außer den Schulleitern… Gehalt zwischen der A9 höchstens zur A11! und das bei immer schlechter erzogenen Kindern… aber das steht auf einem anderen Blatt!
    Also nochmals ganz klar zu unterscheiden ist, in welcher Schulform die Lehrer unterrichten! Sogar ein Akademiker, der als Quereinsteiger mit Uni- ABschluss in den Schuldienst von Sachsen kommt, hat nur einen Anspruch auf die A9!!! Bologna lässt grüßen.
    Tja und das Wichtigste ist aber wirklich die Qualität der Bildung! Im Grundschulalter brauchen die Kinder praktisch erfahrbare Materialien. Doch auch hier wird mehr als gespart! Man könnte meinen es läuft unter dem Motto… die Kleinen merken es ja noch nicht! Echt traurig!

  14. Karolin 1 year ago  

    So könnte die Zukunft aussehen, wenn man endlich mal auf die sächsischen Lehrer eingehen würde. Die Realität sieht leider völlig anders aus. Die Klassenlehrerin meiner Großen bspw. erhielt von 1993 bis 2012 lediglich eine Dreiviertelstelle bezahlt, obwohl sie voll! arbeitete. Inzwischen fehlen immer mehr Lehrer, die Ausfallstunden kann man schon gar nicht mehr zählen, wie soll da bitte schön der Lehrplan erfüllt werden?
    Ähnliches gilt auch für die Wissenschaft. Über 40% der Lehre an Hochschulen wird von Lehrbeauftragten erfüllt, d.h. sie haben nur einen Werksvertrag, keine soziale Absicherung, kein Büro, keine Rechte auf finanzielle Unterstützung ihrer Forschungsarbeit, …
    Bei dieser Form der Bildungspolitik kann man von Glück reden, dass es noch einige Lehrende mit Gemeinschaftssinn und Verantwortung gibt. Doch auch deren Maß ist bald voll…

  15. Andre Boine 9 months ago  

    Wenn man sich ansieht, dass der Betreiber des angeblich “unabhängigen” Bildungsblogs-Dresden Ottokar einen Gutteil seiner Aufträge vom Land Sachsen und der führenden Landtagsfraktion CDU erhält, fragt man sich nicht mehr, warum hier derartige Desinformation betrieben wird.

    Die Besoldungstabellen stimmen hinten und vorne nicht, von Verbeamtung ist in Sachsen grundsätzlich nicht die Rede. Es gilt der TV-L Ost Sondertabelle Lehrer (mit Abzügen!! gegenüber der normalen TV-L Ost) mit den Besoldungsstufen E 11 (Grundschule) bis E 13 (Gymnasium). Das hat mit Besoldung der Beamten nach den Besoldungsstufen A nichts zu tun.

    Zur Aufklärung: ein teilzeitangestellter Grundschullehrer der aber Vollzeit arbeiten gehen darf und im Jahr trotz Ferien bis zu 3 Monaten unbezahlte Überstunden ansammelt, verdient in Sachsen in den ersten Berufsjahren 1400 bis 1500 € netto.

  16. Lügen-Hasser 6 months ago  

    Vorab: Tastatur vom 5J-Laptop klemmt
    -> Rechtschreibfehler und Aussetzer.
    ======================================

    Nun mal die Wahrheit über die Stinkreichen Lehrer.
    (Ich bin keiner – Gott sei Dank!)

    Die Zwilligsschwestern (nennen wir sie mal)
    Miriam und Maria (kath.) kommen aus Sachsen,
    sind gleich alt und
    haben die selbe Ausbildung gemacht
    - sie haben sogenannte MINT-Fächer studiert.

    CHEMIE UND BIOLOGIE.

    (Mit einer bin ich verheiratet)

    MINT sind angeblich Mangelfächer.
    ANGEBLICH.

    (Exkurs:
    Es gibt keinen Mangel an Lehrern auf dem Arbeitsmarkt.
    Es gibt nur einen Mangel in der Schule.
    Ursache: Lehrer wollen einfach nicht kostenlos arbeiten.
    Frechheit – ist aber so.

    Es gibt genügend Lehrer für MINT.
    Die gehen nur woanders hin und bleiben nicht in SN)

    ____________

    Beide Schwatern hatten vor fünf Jahren die Chance auf jeweils eine Stelle,
    eine in BaWü (CDU-regiert damals), die andere in RLP (SPD-regiert).

    Die in BaWÜ wurde sofort verbeamtet und bekam von Anfang an richtig Schotter.
    Nun ist sie 38 J und in A13, Stufe 8.
    Eine Beförderung steht an.
    Netto über 4.000 EUR,
    aber nach Abzug der PKV oder der freiwilligen GesetzlKV bleiben immer noch
    ca. 3.400 EUR NETTO.
    Ist ok.

    ____________________________________

    Die Schwester in RLP bekam nur einen Vertretungsvertrag nach E13,
    der immer nur 10,5 Monate lief.
    Im ersten Jahr:
    3300 EUR brutto
    ca. 2000 netto.

    Das waren 1.400 EUR WENIGER als die Zwilligsschwester mit der selben Note und dem selben Aussehen… usw.

    http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/west?id=tv-l&g=E_13&s=1&zv=VBL&z=100&zulage=&stj=2014&stkl=4&r=0&zkf=0&kk=15.5

    Aber die Hoffnung bei der RLP-Schwester keimte,
    dass es später besser werden würde.

    In den Ferien wurde sie in die Arbeitslosigkeit entlassen.
    Das ist ein Verstoß gegen das Bundesurlaubsgesetz –
    aber was interessieren sich Regierungen für Gesetze?!
    Das wäre ja noch schöner!

    Aber:
    Eine Höherstufung in Stufe 2 im TV-L ist nur dann möglich,
    wenn man 1 JAHR UN-UNTERBROCHEN in der Stufe war….
    Lustig, nicht?!
    Einfach mal nachlesen im TV-L!

    Immer nur Stufe 1 – Jahr für Jahr! Schuljahr für Schuljahr!
    Weil man eben nur MIT UNTERBRECHUNG (Sommerferien)
    in der Stufe 1 war.
    Nach 3 Jahren in Stufe 1 und 6 Wochen Arbeitslosigkeit
    ein Lichtblick – Verbeamtung.
    Aber nach Erfahrungsalter und nicht nach Lebensalter.
    Also ist sie jetzt verbeamtet,
    A 13, Stufe 4.
    brutto 3.700
    netto: 2.800
    ./. freiwillig KV
    ca. 2.400 EUR netto

    Immer noch 1000 EUR weniger als die Schwester in BaWü.
    Aber besser als vorher.

    (Ist verschimmeltes Brot besser als kein Brot?!)

    ____________________________________

    Was hat das mit Sachsen zu tun?!

    Das kommt jetzt:
    Beide kommen aus Sachsen und wollen zurück.
    Gleichzeitig wurde vor Jahren Lehramtskandidaten geraten nach BaWü zu gehen und nach 5 Jahren wieder zu kommen.

    Nun würde Schwester 1 zurückkommen, dann sähe das so aus.
    Sie würde nicht verbeamtet sein,
    sondern in E11, Stufe 1 einsteigen.
    (Das sagen die einem nicht.
    Das böse Erwachen kommt erst bei/nach der Vertragsunterschrift)
    weil die Schwester 1 für die Überbrückungszeit an einer MS arbeit wollte.

    Würde sie an ein Gymnasium wechseln, würde sie E13, St1 bekommen.
    Erfahrungszeiten bei einem ANDEREN ARBEITGEBER (siehe TV-L) KÖNNEN, müssen aber nicht angerechnet werden….

    Wieso auch?
    Wenn schon UNTERBROCHENE ZEITEN beim selben Arbeitgeber nicht angerechnet werden?!

    Also man wird (finanziell) behandelt wie ein Anfänger.

    Also, wer dem Rat der sächs Regierung vor 5 jahren gefolgt ist,
    nach BaWü gegangen ist in der Hoffnung,
    man würde danach mit offenen Armen empfangen werden,
    und der Einsatz im Westen würde honoriert werden,
    der könnte ein böses Erwachen erleben,
    wenn er plötzlich sich in E13, Stufe 1 wieder findet….

    Die WAHRHEIT IST IRGENDWO DA DRAUSSEN,
    aber leider nicht in Pressemitteilungen der letzten Tage,
    die nur Wahlkampfdunst sind….

    Ach so,
    außerdem wurde zum 01.01.2014 die sächsische Besoldung “MODERNISIERT”….
    sie können es sich denken,
    was dieses Neusprech bedeutet….

    Wer mit E11, St 1 und E13, St 1 WEST-Referandare werben will,
    wie im Dez 2013 die Kultusministerin Brunhilde K. (man muss ihren Namen anonymiseren, weil es rufschädigend ist, die Wahrheit mal auszuschreiben),
    der ist wahrlich nie aus Sachsen herausgekommen und leider vielleicht deswegen unter einer anderen Wahrnehmung der Realität als alle anderen…

    Wer bitte ist so dumm von 3.500 oder 2.500 netto
    wieder auf 1.700 EUR hereinzufallen.
    Mir drängt sich der Gedanke auf,
    dass eben im August Wahlen sind und es wird Wahl-Krampf gemacht,
    um den Eltern und Schulleitern den Eindruck zu vermitteln,
    es würde besser gehen.

    Lehrer verdienen zu viel?
    Nein.

    Politiker verdienen zu wenig – aber bekommen zu viel Geld!
    Ist da jemand anderer meinung?

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