Lesezeichen: SZ – “Stadt verweigert Dreijährigen den Kita-Platz”

Sächsische Zeitung vom 7.11.2011 (66. Jg - Nr. 284), S.13

„Die Eltern der Kinder, die jetzt bei Ihnen sind, werden keinen Kindergartenplatz erhalten“, zitiert die „Sächsische Zeitung“ heute (7.11.2011/ 66. Jg-Nr. 284) aus einem Brief des Eigenbetriebs Kindertagesstätten der Stadt. Empfänger des Schreibens von Ende November sind die Dresdner Tagesmütter und -väter. Sie wurden damit aufgefordert, Kinder auch nach ihrem dritten Lebensjahr noch zu betreuen.

In der Sächsischen Zeitung heißt es dazu:

„Kinder, die zwischen Januar und Juni 2012 drei Jahre alt werden und bis September keinen Kindergartenplatz bekommen, sollen daher mithilfe einer Sonderregelung  weiterhin bei den Tageseltern bleiben.“

200 bis 300 Kinder sind betroffen. Sie sollen spätestens im September 2012, wenn der älteste Jahrgang der Kindergärten in die Schule kommt, einen Kindergartenplatz bekommen. Die Dresdner Tagesmütter und -väter fühlen sich in die Ecke gedrängt. Die Stadt überträgt ihnen die Verantwortung und setzt damit auf Quantität statt Qualität.

Bürgermeister Martin Seidel dazu:

„Entscheidend für die Eltern ist doch, dass die Kinder betreut werden, und das ist der Fall. Die Überbrückung durch Tagesmütter ist rechtlich möglich und vorgesehen.“

„Ich halte es nicht für sinnvoll, weil diese Kinder von ihrer Entwicklung her eine andere Gruppe und ein anderes Umfeld brauchen,“

meint Bettina Parade, Sprecherin der Interessengemeinschaft Tagespflege gegenüber der Sächsischen Zeitung. Sie rät allen Tagesmüttern und -vätern, sich nicht zwingen zu lassen.

Zumal mit einer verlängerten Betreuung der Kinder durch die Tagesmütter- und -väter den Nachrückern Plätze verwehrt werden. Bereits Anfang der Woche erklärte Martin Seidel, das im kommenden Jahr 1.500 Krippenplätze fehlen. Somit wird das Problem des Platzmangels vom Kindergarten in die Kindergrippe verschoben. Da Kinder bis zu ihrem dritten Lebensjahr keinen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben, ist die Stadt zumindest rechtlich erst einmal fein raus. Aber nur bis 2013: dann gibt es auch hier eine rechtliche Grundlage.

Lesen Sie den gesamten Beitrag der Sächsischen Zeitung kostenpflichtig hier.

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1 Kommentar

  1. Andreas sagt:

    Es gibt doch schon immer Eltern, die ihre Kinder erst mit 3,5 in den Kindergarten geben und bis dahin bei der Tamu/Tagesvater lassen. Ich wage zu bezweifeln das es den Kindern schadet nun eben noch länger bei der Tamu zu bleiben. Anderenfalls sollten diese mal über ihre Qualifikation nachdenken.

    Andererseits ist es wieder so typisch für die Stadt. Da wird nur von Hirn bis Stirn gedacht. Vor 4 Jahren hieß es “ooooh, toll, so viele Babys”. Ein Jahr später fehlten plötzlich die Krippenplätze (“Ach herjeh, jetzt müssen wir Krippen bauen”). Jetzt fehlen die Kindergartenplätze (“wie kann denn das passieren?”). Und in 2 Jahren dann die Schulplätze.
    Eventuell sollte man das den Leuten bei der Stadt mal mitteilen, sonst fangen sie in zwei Jahren an neue Schulen zu bauen (ist ja vorher keinem aufgefallen, dass es so viele Kinde gibt).

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