Medienpädagogischer Preis 2011

Preisträger des 10. Medienpädagogischen Preises
Dass sächsische Kinder und Jugendliche beim Thema Medien nicht nur Facebook und die oft kritisierten Ballerspiele im Kopf haben, zeigte die gestrige (28.11.2011) Verleihung des 10. Medienpädagogischen Preises. Im Dresdner Kulturrathaus prämierte die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus und Sport insgesamt neun Projekte, in denen junge Sachsen mit Medien arbeiteten. Von der Radiosendung, über den Film bis hin zum Webblog – der Kreativität der Akteure waren keine Grenzen gesetzt. In einer feierlichen Zeremonie, die an der ein oder anderen Stelle sicher jugendgerechter hätte verlaufen können (gern genutzte Begrüßungsformel: „Sehr geehrte Abgeordnete, sehr geehrte …“), erhielten die Sieger des Wettbewerbs ihre Urkunden und nicht zu verachtende Preisgelder in Höhe von insgesamt 15.000 Euro.

Ursula-Marlen Kruse vom SLM
Ursula-Marlen Kruse, Medienrätin der SLM und Jurymitglied dazu:
„Wir sind der Auffassung, dass Medienkompetenz, Medienpädagogik sehr wichtig ist und das man das fördern muss. Mit dem Preis soll zum Einen eine Öffentlichkeit hergestellt werden, zum Anderen sollen die Preisträger aber natürlich auch finanzielle Unterstützung erhalten.“
Aus insgesamt 59 Bewerbungen wählte die sechsköpfige Jury die Sieger-Projekte in den Kategorien „Schülerradioprojekte“, „schulische“ und „nicht schulische Projekte“. In der Kategorie „Schülerradioprojekte“ gab es lediglich vier Bewerber. Das war nicht immer so, wie uns Ursula-Marlen Kruse mitteilte:
„Schülerradios sterben allmählich aus. Kinder haben heute eben auch technisch ganz andere Möglichkeiten, in der Schule zum Beispiel Musik zu hören.“
Doch auch Projekte, die den Einsatz neuer Medien forderten, waren in der Minderheit. Ein Grund mehr, weshalb das Dresdner Projekt „Processing2010. Cultural Hacking und Kunstunterricht 2.0“ die Jury überzeugte. Die schulübergreifende Kooperation erreichte den 1. Platz.
Im Rahmen des Projektes setzten sich 18 Zehn- bis Zwölf-Klässler von gleich drei Dresdner Schulen gruppenweise mit dem Begriff „System“ künstlerisch auseinander. Der Einsatz neuer Medien spielte dabei eine tragende Rolle, wie uns die beiden Projektleiter Matthias Laabs (29) und Robert Hausmann (24) erzählten:
„Wir wollten, dass sich die Schulen öffnen, öffnen durch das Internet. Die Schüler sollten Blogs nutzen, Twitter nutzen. Sie haben also ihre Ideen, Fragen und Projektschritte gepostet und sich damit untereinander aber auch mit Fremden ausgetauscht. Das hat den Themenrahmen natürlich ganz weit aufgespannt und die Schüler haben gemerkt, was für eine Bandbreite das eigentlich hat.“
Das Ergebnis sind sechs ganz unterschiedliche Herangehensweisen an den Begriff „System“. Sie alle wurden anschließend bei einer Ausstellung präsentiert.

Milena Michalek und Liselotte Hagedorn
Milena Michalek (18) und Liselotte Hagedorn (18) vom Gymnasium Dreikönigschule haben mit ihrem Team „MENSCHENFABRIK1“ das System Mensch in Verbindung mit dem System Maschine untersucht. Herausgekommen ist ein Animationsfilm, der auf Basis von gut 450 Fotografien gedreht wurde. Darin wurden die Schüler zu Requisiten des Hauptakteurs, einem Overheadprojektor.
„Das Tolle war, dass wir eben diesen Blog hatten, in dem wir immer schreiben und damit alles dokumentieren konnten und gleichzeitig den Austausch mit den anderen Gruppen hatten. Natürlich kennen wir uns mit Computern und dem Internet aus. Aber es war uns vorher nicht klar, wie einfach und weitreichend man das nutzen kann.“
Eine Dokumentation zum Projekt “Processing2010. Cultural Hacking und Kunstunterricht 2.0″ finden Sie hier.
Eine Übersicht über alle Preisträger des 10. Medienpädagogischen Preises gibts hier.







1 Kommentar
eine interessante und unübliche deutung auf die Problematik. gewiss nicht der übliche tenor, wie ich das sehe.